Freitag, 31. Juli 2009

Rennt, ihr sechseinhalb Pferde, rennt!

Gestern abend wurde es zum ersten mal laut. Motor und Getriebe bekamen Öl, an dieser Stelle nochmal ein dickes Dankeschön an den Vorbesitzer, der den Peilstab an der Innenseite des Motoröleinfüllstopfens abgebrochen hat.
Ich habe auch endlich mal an den antiken Kompressionsmesser aus Vaters Fundus gedacht und ihn in die Kerzenöffnung gedrückt:



Der Zeiger stand exakt auf 85 PSI (das Foto entstand 30 Minuten später), Sollbereich ist laut Honda Service Manual 85-121PSI, also Verschleißgrenze erreicht... Allerdings traue ich dem Messgerät und seinem uralten Gummiadapter nicht wirklich bei Absolutwertmessungen.

Dann gings nach draußen, Choke an, Sprithahn auf, Zündung ein, ein Ruck am Seil- brrrRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRR direkt da! Na immerhin. Kurz laufengelassen, ausgemacht, wieder gestrartet... blubb... aus. Lief maximal 3 Sekunden, mehrfach probiert. Mit aufkeimender Panik dann erstmal nen Liter Sprit nachgekippt und siehe da: läuft wieder fröhlich.

Nach etwas Warmlaufenlassen hab ich es dann mal gewagt, am Gashebel zu spielen.



Schade, dass gerade beim Start ein Motorrad im Hintergrund zu hören ist. Geheime Inkognito-Wakeboardaction ist jedenfalls nicht möglich mit diesem kleinen Knatterfred, der brüllt in Minuten ein ganzes Dorf zusammen.

Montag, 27. Juli 2009

die Leine ist da. NOT!

Heute kam das Paket mit der Leine an. Absolutes High-Tech-Material, stärker als Drahtseil, dabei so leicht, dass es auf dem Wasser schwimmt. Nur 3mm dick, aber Bruchlast 900kg. Hrrrrrr. Beim Auspacken erneut Ernüchterung:



Wie man unschwer erkennen kann, enthielt das Paket nicht wie bestellt 200 Meter des ersehnten Strickes, sondern zwei Rollen à 100 Meter. Also geht das kostbare Material wieder zurück an den Absender und die Warterei in die nächste Runde.
*seufz*

Freitag, 24. Juli 2009

erste Motorbetrachtung

Gesetern abend habe ich mir unseren neuen kleinen Freund mal etwas genauer angeschaut. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass die Maschine wohl ein Indoor-Kart angetrieben hat. Und da man als Betreiber einer Kartbahn wahrscheinlich eher keine fitten und potenten Aggregate aussortiert, befürchte ich inzwischen, dass dies keine Plug'n'Play-Lösung sein wird :-/
Zum Versand wurde das Öl abgelassen, deshalb konnte ich ihn noch nicht laufen lassen. Aber nun zu den Forschungsergebnissen.

Zuerst habe ich den merkwürdigen Rüssel am Auspuff unter die Lupe genommen.


Eine angeschraubte Dose von Pierburg, daran dann ein K&N-Miniatur-Luftfilter. Also ein Lufteingang für den Auspuff!?


Am eigentlichen Ausgang sitzt dieser nach unten gerichtete Rüssel, der Aufschrift nach eine Katalysatorpatronenaufnahme von RS, allerdings hat sich das Filtergitter schon länger verabschiedet. Sprich: es ist nur noch das Rohr übrig. Für uns nicht schlecht, weil die Abgase dann nicht direkt auf die Seiltrommel pusten, sondern erstmal nach unten weg.
Der Rüssel ist dann vermutlich als Nebenlufteinlass gedacht, die Dose könnte ein temperaturgesteuertes Ventil sein.

Der Schaumstoffeinsatz im Luftfilter hält nur noch durch das darin enthaltene Öl zusammen, bei Berührung rieselts. Unter/hinter dem Luftfilter sieht es so aus:


Schön zu erkennen der vergniddelte Gashebel. Irgendein Mechanik-Genie hat eine fette Feder an den Hebel gepunktet. (mitte oben zu sehen, geht nach links hinter den Auspuff) Diese Feder ist so stark, dass sie vermutlich nicht nur die Spannung im Gaszug halten sollte, sondern die Rückstellung des Gaspedals auch mit erledigt hat. Da das zarte Blech des Gashebels nicht dafür gedacht ist, zwischen einem Fahrerfuß und einer dicken Feder zu vermitteln, sieht es jetzt aus wie durchgekaut. Das Loch am Führungszapfen ist oval ausgenudelt und locker doppelt so groß wie vorgesehen. Gasgeben wird vermutlich noch irgendwie funktionieren, eine präzise Drehzahleinstellung wird damit aber eher nicht zu realisieren sein.

Da wir eine Antriebskette einsetzen werden, habe ich das Riemenrad von der Getriebeausgangswelle abgezogen. Offenbar war da mal das Riemenrad locker und hat die Nut ausgeschlagen:


Eher unschön, aber wird noch halten.

Meine Freude ist nun wieder etwas gedämpft, denn in die Maschine werden wir wohl erst noch etwas Arbeit stecken müssen, damit sie nicht bei der ersten Lastspitze am Wasser das schwächste Element davonfliegt. Ich verlasse mich auch nicht darauf, dass vom Vorbesitzer alle planmäßigen Wartungs- (z.B. Brennraumreinigung) und Einstellarbeiten (Ventilspiel) durchgeführt worden sind...

Donnerstag, 23. Juli 2009

Kaum zu fassen: Die Maschine ist endlich da!

Exakt 20 Tage nach der gewonnen Auktion ist heute morgen tatsächlich der gebrauchte Motor angekommen. Damit ich mich nicht alleine freuen muss, hab ich ein paar unboxing-Bilder geschossen:









Nicht unbedingt eine Schönheit, aber es kommt ja - wie wir alle wissen - auf die inneren Werte an... Und bei einem Kaufpreis von 1/3 des Neupreises kann man in dem Punkt ein Auge zudrücken.

Mittwoch, 22. Juli 2009

Es geht los.

Nach einigen Wochen recherchieren, grübeln, diskutieren und träumen steigen wir nun langsam in die Realisierungsphase ein.

Die Auswahl der Komponenten ist so gut wie abgeschlossen, das erste Bauteil liegt schon seit Wochen hier und ist das erste greifbare Zeichen, dass aus der Träumerei nun Ernst wird: das Seilfenster :-)

Unser geplantes Setup:
  • Motor Honda GX200, 6,5PS mit Ölbadkupplung
  • Leine: 200 Meter Liros D-Pro in 3mm mit 900kg Bruchlast
  • 30mm Achse mit Kartritzel
  • Fahrradscheibenbremse
Der Motor sollte jeden Tag hier sein, Achse, Leine und Handle sind auch bestellt.

Und so in etwa wird die Geschichte später aussehen: